Israel-Austausch: Den Gemeinden etwas zurückgeben

Die deutsch-israelischen Teilnehmer beim gemeinsamen Shabbat-Dinner - Foto: SJR
Die deutsch-israelischen Teilnehmer beim gemeinsamen Shabbat-Dinner - Foto: SJR

BUXTEHUDE. Seit 2015 organisiert der Stadtjugendring Buxtehude einen Israel-Austausch. In diesem Jahr ging es für die Teilnehmer unter anderem zum Wattwandern und zur KZ-Gedenkstätte in Bergen-Belsen. Seit dem 1. August ist die Gruppe nun in Israel.

 

Der letzte Abend in Buxtehude, bevor es nach Israel geht: Gerade erst sind die 16 Teilnehmer – acht auf israelischer, acht auf deutscher Seite – von ihrem Ausflug nach Cuxhaven zurückgekehrt, nun wird im Jugendgästehaus aufgeräumt und das Abendessen gekocht. Auch was das Essen angeht, treffen Deutschland und Israel aufeinander: Es gibt Kartoffelsuppe und Shakshuka, ein Gericht aus pochierten Eiern und Tomatensoße.

 

In diesem Jahr arbeitete der Stadtjugendring erstmals mit der israelischen Organisation „Matnasim“ als Partner zusammen, berichtet Anna Bundt vom Stadtjugendring. Der Kontakt entstand durch einen Fachkräfteaustausch im März. Der Israel-Austausch für Jugendliche und der für Fachkräfte finden im Wechsel statt. So entstehe auch ein „nachhaltiges Netzwerk, sagt Bundt: Die Betreuer des Austausches seien oft schon selbst als Jugendliche mitgefahren.

Auf dem Weg zu einer Gedenkzeremonie für die Opfer des Holocaust in Bergen-Belsen.
Auf dem Weg zu einer Gedenkzeremonie für die Opfer des Holocaust in Bergen-Belsen.

Zehn Tage lang waren die israelischen Teilnehmer in Buxtehude zu Gast. Neben einigen Ausflügen wie Wattwandern, Klettern und einer Kanu-Tour auf der Este stand auch ein sogenannter „Community Service“ auf dem Programm. Die Jugendlichen besuchten den Tierschutzverein Buxtehude, fütterten die Tiere, reinigten die Ställe und hoben im Garten Boden aus, damit dort eine Hütte gebaut werden kann. „Es geht darum, der Gemeinde vor Ort etwas zurückzugeben“, erklärt Darian Harff, einer der Betreuer, das Projekt.

 

Einen solchen „Community Service“ werde es dann auch in Netanja, der Stadt, in der die Jugendlichen während des Israel-Aufenthalts leben, geben. Außerdem besuchten die Jugendlichen, übrigens alle zwischen 15 und 18 Jahre alt, die KZ-Gedenkstätte in Bergen-Belsen und gestalteten dort am jüdischen Denkmal eine kleine Zeremonie mit Liedern und Gedichten. Drei der israelischen Jugendlichen haben Vorfahren, die in Bergen-Belsen waren. Übernachtet haben die Teilnehmer zunächst in der Jugendbildungsstätte in Hude, anschließend in Buxtehude im Jugendgästehaus.

 

Vorfreude auf Jerusalem und das Tote Meer

 

Und was sagen die Jugendlichen? Der 16-jährige Maor Shtolz aus Israel hat während des Aufenthalts in Buxtehude seinen Geburtstag gefeiert, und auch sonst hat es ihm sehr gut gefallen, wie er sagt. „Wir haben die deutschen Jugendlichen sehr gut kennengelernt. Wir haben viele Gemeinsamkeiten“, meint er. Seine Lieblings-Aktivität war der Ausflug nach Hamburg, bei dem die Jugendlichen „Mister X“ – den Betreuer Darian Harff – finden sollten. Er schickte jeweils Fotos von seinem aktuellen Aufenthaltsort. „So haben wir die Stadt kennengelernt“, sagt Maor Shtolz. Die 16-jährige Opal Rubin aus Israel war von der Kanu-Tour besonders begeistert.

 

Milena Mensching (17) und Bastian Krull (15) sind zwei der deutschen Jugendlichen, die derzeit in Israel sind. Sie finden, dass die Kennenlernaktivitäten zu Beginn in der Jugendbildungsstätte Hude ein guter Anfang waren. Auch der Ausflug in den Heidepark sei gut angekommen, da es in Israel keine vergleichbaren Freizeitparks mit Achterbahnen gebe. Der Besuch in der Gedenkstätte in Bergen-Belsen sei berührend gewesen. „Wir sind nicht mehr Opfer und Täter“, sagt Milena Mensching dazu. Worauf sie sich in Israel am meisten freuen? Da waren sich die beiden Jugendlichen am Abend vor der Abreise einig: auf den Besuch in Jerusalem und auf das Tote Meer.

 

www.tageblatt.de 06.08.2019 von Ina Frank

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